Haare sind mehr als nur Kopfbedeckung – sie sind Ausdruck von Stil, Identität und Zeitgeist. Jede Epoche hat ihre ganz eigenen Trends hervorgebracht, manche elegant, manche wild, manche einfach unvergesslich. Werfen wir einen augenzwinkernden Blick auf die Entwicklung der Frisuren durch die Jahrzehnte – von den Goldenen Zwanzigern bis zu den schillernden 80ern und darüber hinaus.
Die „Roaring Twenties“ waren eine Revolution für Frauen und ihre Haare. Der klassische Bob wurde zum Symbol der Emanzipation: kurz, frech und rebellisch. Dazu kamen handgelegte Wasserwellen, die mit Glanz und Präzision für Eleganz sorgten. Haarschmuck wie Stirnbänder und Federn rundeten den Look ab – Charleston inklusive.
In den 50ern wurde es wieder glamourös. Frauen trugen Beehive-Frisuren (Bienenkorb) oder den Victory Roll, inspiriert von Filmikonen wie Audrey Hepburn. Männer setzten auf den Pompadour, bekannt durch Elvis Presley – viel Pomade, viel Volumen, viel Rock’n’Roll.
Die 60er waren gespalten: Auf der einen Seite der Twiggy-Pixie-Cut, kantig und modisch. Auf der anderen Seite die langen, offenen Hippiehaare, oft mit Mittelscheitel und Blumen im Haar. Freiheit war das Motto – auch auf dem Kopf.
Die 70er brachten die Dauerwelle in den Mainstream. Volumen war alles – je größer, desto besser. Die Föhnfrisur wurde zum Symbol gepflegter Extravaganz, während Männer mit langen Mähnen und Schnauzbart die Bühne betraten. Disco-Glanz und Naturverbundenheit lebten nebeneinander.
Willkommen in der Ära der Extreme. Die 80er waren laut, bunt und haartechnisch… mutig. Der Vokuhila („vorne kurz, hinten lang“) wurde zum Kult – getragen von Popstars, Fußballern und mutigen Normalbürgern. Dazu kamen toupierte Mähnen, Neon-Strähnen, seitlich rasierte Cuts und Haarspray in Mengen, die das Ozonloch herausforderten. Wer in den 80ern keine Frisur hatte, die mindestens 10 cm über dem Kopf schwebte, galt als understyled.
Die 90er waren entspannter. Der Grunge-Look brachte ungekämmte Haare und Mittelscheitel zurück. Gleichzeitig sorgten Boybands für den „Vorhangpony“ – zwei Strähnen, die wie Gardinen ins Gesicht fielen. Frauen trugen Stufenschnitte, Zöpfe mit Schmetterlingsclips und geflochtene Mini-Dutts – ein bunter Mix aus Coolness und Popkultur.
Seit den 2000ern gibt es nicht mehr „die eine Frisur“. Stattdessen regiert die Typgerechtigkeit: Ob Pixie, Bob, Beach Waves, Fade Cut oder Curly Shag – erlaubt ist, was gefällt. Farblich geht alles von Pastellrosa bis Expensive Brunette. Die Frisur ist heute Ausdruck von Persönlichkeit, nicht von Norm.
Fazit: Frisuren sind ein Spiegel der Zeit – mal rebellisch, mal elegant, mal völlig verrückt. Und genau das macht sie so spannend. Wer heute beim Friseur sitzt, trägt nicht nur einen Schnitt – sondern ein Stück Geschichte.
Quellen:
Deavita – Frisuren im Laufe der Jahrzehnte
Simplie Hair – Frisurentrends durch die Jahrzehnte
Genialetricks – Frisuren der Jahrzehnte